Bavaria Film spaltet sich in zwei eigenständige Gesellschaften auf
Claudia HoffmannBavaria Film spaltet sich in zwei eigenständige Gesellschaften auf
Bavaria Film, das traditionsreiche Film- und Fernsehproduktionsunternehmen, wird in zwei eigenständige Gesellschaften aufgespalten. Die Entscheidung folgt auf zweijährige Verhandlungen und wurde von den Aktionären sowie dem Aufsichtsrat gebilligt. Mit dem Schritt sollen die Abläufe verschlankt und die Produktionsaktivitäten stärker fokussiert werden.
Das Unternehmen, bekannt für ikonische Filme wie Das Boot und Die unendliche Geschichte, teilt sich in eine Produktionssparte und eine Immobiliensparte auf. Die Produktionsgesellschaft übernimmt alle kreativen und technischen Arbeiten, während die zweite Einheit das 28 Hektar große Studiogelände in Geiselgasteig bei München verwalten wird. Julia Reuter, derzeitige Co-Geschäftsführerin, wird nach der Trennung die Produktionsseite leiten.
Ein Makler wurde beauftragt, die Immobiliensparte zu vermarkten; die offiziellen Bemühungen starten in diesem Sommer. Der Standort bleibt zwar als Medienhub in Betrieb, doch werden neue Investoren gesucht, um seine Zukunft zu sichern. Die Umstrukturierung folgt auf ein solides Geschäftsjahr 2025, in dem Bavaria Film einen Umsatz von 308 Millionen Euro und einen Gewinn von 8 Millionen Euro verbuchte.
Zu den Aktionären zählen die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten WDR, SWR, MDR und BR sowie der Freistaat Bayern über seine Förderbank LfA. Die Aufspaltung soll es der Produktionssparte ermöglichen, effizienter zu arbeiten, ohne durch den Betrieb der Studioanlagen belastet zu werden.
Die Teilung markiert einen bedeutenden Einschnitt in der 100-jährigen Geschichte von Bavaria Film. Während die Produktionssparte künftig eigenständig agiert, bleibt der Standort Geiselgasteig ein zentraler Medienstandort. Das Unternehmen erwartet, dass die Veränderungen in den kommenden Jahren mehr Flexibilität und eine bessere wirtschaftliche Performance bringen werden.






