FDP kehrt Homöopathie-Politik um – Wahlkampfmanöver in Baden-Württemberg?

FDP kehrt Homöopathie-Politik um – Wahlkampfmanöver in Baden-Württemberg?
Die Freie Demokratische Partei (FDP) ändert vor der anstehenden Landtagswahl in Baden-Württemberg ihre Haltung zur Homöopathie. Obwohl die Partei sich bisher gegen eine öffentliche Finanzierung solcher Behandlungen durch die Krankenkassen ausgesprochen hatte, unterstützt sie nun die Kostenübernahme – vermutlich, um Wähler in einer Region mit starken Bindungen an die Alternativmedizin zu gewinnen. Der Kurswechsel erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die FDP in Umfragen bei nur etwa fünf Prozent liegt.
Baden-Württemberg gilt seit langem als Hochburg der Homöopathie, geprägt durch die anthroposophische Bewegung in Stuttgart und lokale Hersteller von Naturheilmitteln. Zwar hat das Land selbst kaum Einfluss auf die Gesundheitspolitik – diese wird auf Bundesebene geregelt –, doch das Thema bleibt politisch aufgeladen.
Die neue Position der FDP stellt eine Kehrtwende dar. Noch im Bundestag hatte die Partei argumentiert, homöopathische Behandlungen seien wissenschaftlich nicht belegt und dürften nicht öffentlich finanziert werden. Jetzt wirbt Parteichef Christian Dürr dafür, die Kostenübernahme beizubehalten, und verpackt dies sogar als Teil einer breiteren "Verbotsverbots"-Strategie, inspiriert vom argentinischen Präsidenten Javier Milei. Die Grünen hingegen haben eine gegenteilige Haltung eingenommen: Sie stimmten kürzlich dafür, homöopathische Mittel aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen zu streichen – eine Maßnahme, die zwar weniger als zehn Millionen Euro spart, aber das Bekenntnis zu evidenzbasierter Medizin unterstreicht.
Mit ihrem Schwenk versucht die FDP, sich im engen Wahlkampf von den Grünen abzugrenzen. Keine andere große Partei in Baden-Württemberg hat sich jüngst für eine öffentliche Förderung der Homöopathie ausgesprochen. Einige Krankenkassen wie die AOK Baden-Württemberg erstatten zwar weiterhin bestimmte Behandlungen – dies ist jedoch unternehmenspolitisch begründet und keine politische Empfehlung.
Der Kurswechsel der FDP könnte zwar eine Nischenwählerschaft in einer Region ansprechen, in der Alternativmedizin kulturell verankert ist. Doch die Partei riskiert damit, ihre früheren liberalen Grundsätze zu verraten und ihren ohnehin schwierigen Kampf um Relevanz weiter zu erschweren. Mit der nahenden Wahl zeigt die Debatte, wie Randthemen zu Wahlkampfinstrumenten werden können.

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