Herbert Grönemeyer erhält Nationalpreis 2025 für Lebenswerk und demokratisches Engagement
Claudia HoffmannHerbert Grönemeyer erhält Nationalpreis 2025 für Lebenswerk und demokratisches Engagement
Der deutsche Musiker Herbert Grönemeyer erhält den Nationalpreis 2025 für sein Lebenswerk im Dienst von Kultur und Demokratie. Die von der Deutschen Nationalstiftung verliehene Auszeichnung würdigt sein künstlerisches Erbe sowie sein entschiedenes Auftreten gegen rechtsextreme Strömungen.
Die 1993 von Altkanzler Helmut Schmidt und anderen gegründete Stiftung setzt sich für Einheit, Toleranz und internationales Verständnis in Deutschland ein. Grönemeyer ist seit Jahren eine prägende Stimme des politischen Engagements. 2023 begann er, die Bewegung Omas gegen Rechts durch öffentliche Unterstützung und Auftritte zu fördern. Im folgenden Jahr stand er im Mittelpunkt der Kampagne Feuerwall gegen Rechtsextremismus und trat bei Kundgebungen in Hamburg und Berlin auf.
Sein Widerstand gegen Extremismus erreichte 2025 mit der Initiative Du bist nicht allein einen neuen Höhepunkt – einer Solidaritätsbewegung gegen die rechtspopulistische AfD. Zudem unterzeichnete er offene Briefe, die nach den Wahlen 2024 zu demokratischer Mobilisierung aufriefen. Bei einem Konzert bezeichnete er rechtsextreme Gegner als "rechte Ratten" und warnte, die deutsche Demokratie stehe unter "heftigem Beschuss".
Über sein politisches Wirken hinaus hat Grönemeyer die deutsche Popmusik über Jahrzehnte geprägt und sich damit einen Platz in der Kulturgeschichte des Landes erarbeitet. Der Preis ehrt auch sein öffentliches Eintreten für progressive Positionen, etwa seine Bewertung der Flüchtlingszuwanderung 2015 als "Glücksfall" für Deutschland.
Im vergangenen Jahr wurden die BioNTech-Gründer Özlem Türeci und Uğur Şahin ausgezeichnet; die Preisverleihung nahm Bundeskanzler Friedrich Merz vor. Die Ziele der Stiftung decken sich mit Grönemeyers Anliegen: die Verteidigung demokratischer Werte und die Förderung einer offenen Gesellschaft.
Mit dem Nationalpreis wird Grönemeyers Doppelfunktion als Künstler und Aktivist offiziell gewürdigt. Sein Einsatz gegen Extremismus und für demokratische Teilhabe hat ihn zu einer prägenden Figur der öffentlichen Debatte gemacht. Die Verleihungszeremonie wird seinen Einfluss auf Kultur und gesellschaftliche Verantwortung in den Mittelpunkt stellen.






