30 March 2026, 10:17

Massive Proteste gegen sexualisierte Gewalt nach Spiegel-Enthüllungen

Eine Gruppe von Menschen mit einem Transparent, auf dem "Du kannst uns nicht unterkriegen, vereine dich widerstehe Feministin" steht, auf einer Straße, mit einem Fahrrad in der Nähe und Ballons im Hintergrund bei einem klaren blauen Himmel.

Massive Proteste gegen sexualisierte Gewalt nach Spiegel-Enthüllungen

Landweit protestieren Menschen gegen sexualisierte Gewalt – ausgelöst durch eine Spiegel-Untersuchung

Nach einer Investigation des Spiegel haben in Deutschland Proteste gegen sexualisierte Gewalt an Fahrt aufgenommen und die öffentliche Empörung neu entfacht. Der Bericht, in dem die Schauspielerin Collien Fernandes und der Schauspieler Christian Ulmen eine zentrale Rolle spielen, löste landesweite Demonstrationen und politische Forderungen nach Konsequenzen aus. Allein am Wochenende gingen Tausende in Köln und Bonn auf die Straße, um mehr Schutz für Frauen zu fordern.

Die Protestwelle begann in Köln, wo am Samstag über 5.000 Menschen gegen sexualisierte Gewalt demonstrierten. Einen Tag später versammelten sich in Bonn mehr als 500 Protestierende auf dem Marktplatz vor dem Alten Rathaus. Organisiert wurde die Kundgebung von einem Bündnis aus Stadtratsparteien – Grünen, CDU, SPD und Volt. Die Teilnehmer hielten Schilder mit Aufschriften wie "Girls just wanna be safe" oder "Wir sind wütend" hoch – ein deutlicher Ausdruck der Frustration über die anhaltende Gewalt.

Bei der Bonner Demonstration forderten Redner Männer auf, sich stärker gegen frauenfeindliche Einstellungen zu stellen und mehr Verantwortung zu übernehmen. Tim Achtermeyer, Co-Vorsitzender der Grünen in Nordrhein-Westfalen, kritisierte Bundeskanzler Friedrich Merz für dessen Äußerungen zum Thema und erhöhte so den politischen Druck.

Die Proteste folgten auf monatelange Debatten, die durch den Spiegel-Bericht Ende 2025 ausgelöst worden waren. Darin wurden Vorwürfe gegen Ulmen sowie Fernandes' Schilderungen digitaler Gewalt thematisiert. Bis März 2026 hatte das Thema die höchste politische Ebene erreicht: SPD-Justizministerin Stefanie Hubig kündigte verschärfte Strafen für digitale Gewalt und Deepfakes an. Nur drei Tage später präsentierten die Grünen-Politikerin Ricarda Lang gemeinsam mit Düzen Tekkal und Kristina Lunz einen Zehn-Punkte-Plan. Ihre Forderungen umfassen die Strafbarkeit sexualisierter Deepfakes, ein Verbot von "Nudify"-Apps sowie eine nationale Strategie gegen Männergewalt – verbunden mit einem direkten Appell an den Bund, endlich zu handeln.

Die Demonstrationen in Köln und Bonn zeigen: Die öffentliche Nachfrage nach konkreten Maßnahmen gegen geschlechtsspezifische Gewalt wächst. Die politische Führung hat mit Vorschlägen für Rechtsreformen und nationale Strategien reagiert. Jetzt liegt es an der Regierung, diese Pläne in verbindliche Politik umzusetzen.

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