17 March 2026, 20:15

Palforzia wird vom Markt genommen – was bedeutet das für Erdnussallergiker?

Nahaufnahme einer Erdnuss auf schwarzem Hintergrund mit Text oben und unten.

Palforzia wird vom Markt genommen – was bedeutet das für Erdnussallergiker?

Palforzia, das erste zugelassene Medikament zur Erdnussallergie-Desensibilisierung, wird vom Markt genommen. Der Hersteller Stallergenes Greer wird das Arzneimittel bis Ende Juli 2023 nicht mehr vertreiben. Diese Entscheidung folgt einer Prüfung durch deutsche Gesundheitsbehörden, die den Nutzen im Vergleich zur Standardbehandlung infrage stellten.

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Palforzia war im Oktober 2021 als erste orale Immuntherapie gegen Erdnussallergien auf den Markt gekommen. Das Ziel bestand darin, schwere allergische Reaktionen zu verringern, indem durch kontrollierte Dosen schrittweise eine Toleranz aufgebaut wird. Doch bereits im Februar 2022 äußerte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) Zweifel an der Wirksamkeit des Mittels.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) kam später zu dem Schluss, dass Palforzia gegenüber der bloßen Beobachtung der Patienten keinen klaren Vorteil biete. Studien in den USA hatten zwar gezeigt, dass die Behandlung vor dem vierten Lebensjahr Vorteile bringen kann. Die Marktrücknahme erfolgt jedoch nicht aufgrund von Sicherheitsbedenken, Qualitätsmängeln oder nachlassender Wirksamkeit.

Die Auslaufphase wird schrittweise erfolgen: Das Starterset für die schrittweise Dosissteigerung bleibt bis zum 31. März 2026 erhältlich. Patienten, die bereits die Erhaltungsdosis von 300 mg einnehmen, können diese bis März 2027 weiterbeziehen. Gleichzeitig schreitet die Forschung an alternativen Behandlungsmethoden voran.

Eine Phase-III-Studie zu Ligelizumab, einem monatlich gespritzten Anti-IgE-Antikörper, begann 2022 und soll voraussichtlich 2025 abgeschlossen werden. Eine weitere Studie zu einem VLP-basierten Impfstoff startete im Januar 2024. Aktuelle Untersuchungen zur oralen Immuntherapie zeigen, dass etwa 50 Prozent der Teilnehmer eine Toleranz gegenüber Erdnüssen entwickeln.

Mit dem Rückzug von Palforzia stehen Betroffenen vorerst weniger direkte Behandlungsoptionen bei Erdnussallergien zur Verfügung. Bestehende Anwender können die Erhaltungsdosis jedoch noch bis Anfang 2027 erhalten. Neue Therapien wie Ligelizumab oder ein Impfstoff befinden sich noch in der Erprobung und könnten künftig Alternativen bieten.

Quelle