Wie Neuköllner Freiwillige monatlich 660 Tonnen Lebensmittel für Bedürftige retten
Nina BauerWie Neuköllner Freiwillige monatlich 660 Tonnen Lebensmittel für Bedürftige retten
Jeden Donnerstag stellen sich Freiwillige wie Anne, Uschi und Marianne vor den Edeka-Markt an der Karl-Marx-Straße in Neukölln. Sie sammeln Lebensmittel für die Berliner Tafel, eine Hilfsorganisation, die monatlich 660 Tonnen an Bedürftige verteilt. Viele Anwohner der Gegend – obwohl das Viertel eher bescheiden ist – spenden regelmäßig zusätzliche Waren, um die Aktion zu unterstützen.
Die Berliner Tafel betreibt 48 Ausgabestellen unter dem Namen Brot & Seele in der ganzen Stadt. Dort werden rund 94.000 Menschen versorgt, darunter viele ältere Mitbürger, die oft mit Mobilitätseinschränkungen und Armut zu kämpfen haben. Uschi, eine der Freiwilligen, erlebt hautnah mit, wie manche Senioren es schwer haben, die Einkäufe nach Hause zu tragen oder sich grundlegende Lebensmittel zu leisten.
Um die Spendenbereitschaft zu steigern, startete die Tafel die Kampagne Noch eins! Kunden werden aufgefordert, beim Einkauf ein Extra-Produkt – etwa Kaffee, Schokolade oder andere Grundnahrungsmittel – mitzunehmen und es den Freiwilligen an der Kasse zu überlassen. Besonders während Aktionen wie dem Erntedankfest oder zu Weihnachten kommen so zusätzliche Tonnen an Lebensmitteln zusammen.
Die 33-jährige Anne engagiert sich neben ihrem Job im KaDeWe jeden Donnerstag für die Tafel. Die aktuelle Osterkampagne läuft noch bis zum 4. April 2026 und wird von 15 Filialen von Edeka, Rewe und Kaufland unterstützt. Im Hintergrund sorgt ein Logistikzentrum mit 25 Lieferfahrzeugen dafür, dass die gesammelten Lebensmittel in ganz Berlin verteilt werden.
Die Arbeit der Tafel basiert auf dem Einsatz der Freiwilligen und der Großzügigkeit der Bevölkerung. Mit fast 1.000 Tafel-Initiativen und über 2.000 Ausgabestellen in ganz Deutschland wächst das Netzwerk stetig. Allein in Berlin sichert die Aktion jeden Monat tausenden Menschen die Versorgung mit dem Notwendigsten.






