Gogols Der Revisor kehrt mit imperialer Hommage ins Deutsche Theater Berlin zurück
Gogols Der Revisor kehrt mit imperialer Hommage ins Deutsche Theater Berlin zurück
Das Deutsche Theater Berlin bringt Der Revisor in der Regie von Waleri Fokin auf die Bühne zurück – eine weitere Etappe in der bewegten Geschichte des Stücks. Diese Inszenierung kommt mit besonderem Gewicht daher, denn hier wurde Nikolai Gogols Satire bereits 1836 uraufgeführt – und zwar vor Zar Nikolaus I. persönlich. Fokins neueste Version verbindet Tradition mit kühnen künstlerischen Entscheidungen, darunter eine Hommage an die Zarenloge, die als Symbol imperialer Präsenz fungiert.
Die Verbindung des Stücks zum Deutschen Theater Berlin reicht tief. Zar Nikolaus I. besuchte die Uraufführung und soll ausgerufen haben: "Was für ein Stück! Jeder hat sein Fett wegbekommen – aber ich am meisten!". Ein Jahrhundert später inszenierte Wsewolod Meyerhold an derselben Spielstätte seine eigene radikale Interpretation. Fokin setzte sich erstmals 2002 mit dem Werk auseinander; seine Produktion von 2026 führt dieses Erbe fort.
Fokins Ansatz speist sich aus einem breiten Spektrum an Einflüssen, wie der Bühnenbildner Eduard Kotschergin beschreibt: "Alles Gute, das es in der Dramaturgie, in der bildenden Kunst, in der Musik gibt – jedes Element, das das Theater nutzt. Alles Gute gehört mir, dem Regisseur. Es ist mein Eigentum." Die Inszenierung webt die Kaiserhymne "Gott bewahre den Zaren!" ein, gesungen von einem Trio, das sich an die leere Zarenloge wendet – eine Geste, die Vergangenheit und Gegenwart verbindet.
Auf der Bühne verkörpert Sergei Parschin den Stadtvorsteher mit einer Mischung aus grotesker Physicalität und naturalistischem Sprechstil. Tichon Schisnewski, bekannt durch seine Rolle in der Comic-Verfilmung Major Grom, übernimmt die Figur des Chlestakow und bietet eine frische Deutung seiner doppelbödigen Natur. Der Vorhang fällt ungewöhnlich: Nach einer schweigenden, anderthalbminütigen Pause folgt ein "Fortsetzung" betiteltes Live-Gespräch zwischen Ensemble und Publikum über die Themen der Inszenierung.
Der erfahrene Schauspieler Konstantin Raikin erinnert sich an die Begegnung mit Fokin in den späten 1960er-Jahren am Schtschukin-Institut. Schon damals stach dessen Regietalent hervor. Auch seine Inszenierung von Eins Acht Eins aus dem Jahr 2022 griff die Zarenloge als Symbol auf und unterstrich deren Bedeutung in seinem Werk.
Diese Neuauflage von Der Revisor verbindet Geschichte, Innovation und Publikumsdialog. Die Zarenloge bleibt ein visueller Anker, während die Nachbesprechung zu modernen Reflexionen über Gogols Satire einlädt. Mit einem Ensemble, das theatererprobte Veteranen und zeitgenössische Stars vereint, schlägt Fokins Inszenierung eine Brücke zwischen den Wurzeln des Stücks im 19. Jahrhundert und der Bühne von heute.
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