"Klubhaus Kluth": Vergessene Schicksale in immersiver Theaterinstallation
"Klubhaus Kluth": Vergessene Schicksale in immersiver Theaterinstallation
"Klubhaus Kluth": Eine immersive Theaterinstallation über vergessene Schicksale
Vom 5. bis 22. März 2026 öffnet im nt-Schaufenster des Thalia Theaters Halle die immersive Theaterinstallation Klubhaus Kluth. Die Produktion verbindet Ausstellung, Club und Performance zu einem begehbaren Raum, der sich gelöschten Biografien und vergessenen Geschichten widmet.
Das Projekt ist Teil der Reihe ERINNERN IST HEIMAT, in deren Rahmen am selben Tag auch Opferpopp 2.0 – Ein Requiem Premiere feiert. Beide Arbeiten setzen sich mit dem Leben junger Schauspieler:innen auseinander, die 1984 an der umstrittenen Originalproduktion von Opferpopp in Köln mitwirkten.
Regisseur Mirko Borscht und der Videokünstler Hannes Hesse leiten das Projekt und zeichnen die Wege des damaligen Ensembles nach. Die Leitfrage "Was wurde aus ihnen?" prägt die Installation, die zugleich an Alexander Kluth erinnert – ein ehemaliges Ensemblemitglied, das im vergangenen Jahr starb. Die ursprüngliche Produktion, die sich mit Gewalt und Vernachlässigung befasste, löste Debatten aus, doch die jungen Darsteller:innen schlugen später unterschiedliche Wege ein: Einige wie Pierre Sanoussi-Bliss wurden in Film und Fernsehen bekannt, andere wandten sich dem alternativen Theater zu oder lebten zurückgezogen.
Jeder Abend im Klubhaus Kluth steht unter einem anderen Motto und hinterfragt Klischees über sogenannte "Problemkinder". Besucher:innen können ein digitales Archiv erkunden, Musik hören, Performances erleben oder an Gesprächen teilnehmen. Der Raum ist als Begegnungsstätte konzipiert, insbesondere für Jugendliche ab 14 Jahren.
Inspiriert von der Neuauflage von Opferpopp im Jahr 2007, untersucht die Installation Brüche und Verluste. Sie lädt das Publikum ein, darüber nachzudenken, wie Trauma und gesellschaftliche Zuschreibungen Lebenswege über Jahre prägen.
Drei Wochen lang bietet Klubhaus Kluth eine Mischung aus Geschichte, Performance und Dialog. Indem es die Schicksale des ursprünglichen Opferpopp-Ensembles in den Fokus rückt, verbindet das Projekt vergangene Kontroversen mit heutigen Erzählungen – und will als Ort der Jugend und des Erinnerns nachwirken.
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